Praxis für Mentaltherapie in Hypnose

(Verhaltensstörungen, Ängste, Depression, Burn out, alle psychischen und körperlichen chronischen Krankheiten,
auch sogenannte unheilbare Krankheiten, usw.)



   

Mentales Coaching in Hypnose und Mentaltraining in Hypnose

(für Spitzensportler und Führungskräfte)


Mit Worten sich selbst heilen (1)
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von Dr. med. Paul Bernard

(In unregelmäßiger Folge schreibe ich über meine neue Sicht der Medizin aus meiner Praxis für Mentaltherapie in Hypnose.)

    Die meisten Krankheiten haben psychogene Ursachen, sind psychisch bedingt. Das klingt nicht nur revolutionär, das ist es auch.

Und vor allem: es ist richtig.

    Fast alle Patienten sehen in einer psychischen Ursache einer Krankheit etwas Unanständiges und Peinliches, das für einen selbst nicht in Frage kommt, denn man verbindet mit Psyche immer  eine Geistesstörung oder eine Depression oder wenigstens Ängste. Darum wehren sich Patienten dagegen und  lehnen es rigoros ab, dass ihre Schmerzen oder ihre Beschwerden psychischen Ursprungs sein sollen. Sie „hätten es nicht mit dem Kopf“, ihre Krankheit muss irgendeine körperliche Ursache haben.

 

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    Mich rief ein Patient aus einem Unfallkrankenhaus an, ein Hilferuf in tiefer Depression. Er war mit seinem Motorrad auf dem Heimweg von der Arbeit von einem Auto angefahren worden und lag mit einem Beckenbruch im Streckverband.
    Seine frühere soziale Phobie gab es nicht mehr – daher kannte er mich - jetzt stand seine Colitis ulzerosa (entzündliche Dickdarmentzündung) im Vordergrund. Er hatte immer befürchtet: „Hoffentlich komme ich nicht mal ins Krankenhaus und muss fest liegen!“ Bei 15 – 20  durchfälligen Stuhlentleerungen pro Tag befürchtete er ein Horrorszenarium mit dem Klingeln nach der Bettpfanne und dem angewiesen sein auf die Hilfe der Pflegekräfte.  Genau das trat ein. Um seine  schlimmste Angst zu verhindern, kam seine Frau täglich fünf  Wochen lang tagsüber ins Krankenhaus.
    Man hatte bei ihm im Krankenhaus röntgenologisch eine erhebliche Osteoporose diagnostiziert, auf Grund des täglichen Konsums von bis zu 50 mg Cortison, sieben Jahre lang wegen der Colitis. Vor dem Krankenhausaufenthalt hatte ihm ein Arzt gesagt, dass er schon in wenigen Jahren mit einem Anus praeter ( künstlichen Darmausgang) rechnen müsse, weil der Dickdarm entfernt werden muss. Seine Mutter lebte seit Jahren ohne Dickdarm, ebenfalls wegen einer Colitis ulzerosa.
    Die Behandlung seiner Colitis bei mir erfolgte im Anschluss an seine stationäre Behandlung. Ich suchte zuerst nach der Ursache. Das erste Auftreten eines Durchfalles war auf Mallorca. Seine Frau und er hatten Freunde in das Haus seiner Eltern eingeladen. Es kam zu Spannungen zwischen seiner Frau und den Freunden, zu richtigem Streit. Ihm war es peinlich, er war machtlos, hilflos. „Jetzt habe ich Durchfall!“ Nicht einmal damit konnte er seine Frau erpressen. 
    Selbst wenn man die unterbewusste Ursache gefunden hat, ist es zur Heilung meistens noch ein weiter Weg. Ich habe bei dem Patienten alle Medikamente abgesetzt, neben der hohen Dosis Cortison waren es noch viele weitere Pillen. Mit Medikamenten hatte der Patient einen wässrigen Stuhlgang mit Beimischungen von Blut und Schleim. Schlimmer konnte es auch ohne Medikamente nicht sein.
    Ich habe ihn von seiner Diät-Mentalität befreit. Ein Arzt, der sich auf Colitis spezialisiert hatte, hatte dem Patienten immer wieder die unsinnigsten Diätvorschriften gemacht. Jahrelang, obwohl es nicht den kleinsten Erfolg gab. „Ich darf  „normal“ essen, auch Pilze und Zwiebeln, auch Gemüse und  Obst. Ich esse und trinke, was mir schmeckt. Mir bekommt alles.“  Ich schrieb dem Patienten weitere Affirmationen (stark machende Worte): u..a. „Mein Dickdarm entzieht dem Nahrungsbrei das Wasser und bildet geformten Kot.“
    Ich zeigte dem Patienten mehrfach in meinem alten Anatomieatlas den Dickdarm, damit er sich besser vorstellen konnte, wie der Dickdarm dem Nahrungsbrei, der aus dem Dünndarm kommt, Wasser entzieht und so geformten  Kot bildet. Ich besprach auch ihm eine Kassette, wie jedem meiner Patienten.
    In Hypnose gab ich dem Patienten Vorstellungen, dass kranke Dickdarmzellen sich nicht wieder zu  neuen kranken erneuern sondern jetzt endlich zu neuen gesunden. Die Mentaltherapie in Hypnose besteht aus unendlich vielen Schritten, die  je nach Bedarf  und Umsetzungsvermögen eines Patienten zur  Anwendung kommen.
    Aus dem wässrig-blutigen Stuhlgang wurde ein breiiger Stuhlgang. Nach Wochen kam der erste geformte Kot. Das war der Moment, wo der Patient an seine Heilung auch unterbewusst glaubte.
    Das Protokoll der Heilung würde viele Seiten füllen, wenn ich detailliert schildern würde, was für Schwierigkeiten auf dem Weg zu überwinden waren. Es gibt für die Mentaltherapie in Hypnose keine Kochbuch artigen Rezepte, nur das Grundmuster ist stets das gleiche.  Der Arzt  braucht dazu einen Patienten, der zu seiner Krankheit aus vollster Überzeugung sagt: „Jetzt reicht’s!“



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    Es kam ein 37-jähriger Patient zu mir, um von einer Angstneurose befreit zu werden. Er zeigte zudem die ausgeprägte Symptomatik eines Tourette – Syndroms, was ich natürlich  mitbehandeln wollte. Er lehnte es nicht rigoros ab, hielt es aber für eine Verschwendung an Zeit: „Die Ärzte sagen immer, dass es eine unheilbare Krankheit ist.“
    Gilles de la Tourette beschrieb das Syndrom erstmalig 1885. Es ist gekennzeichnet durch einen Überschuss an nervlicher Energie, die sich in Tics, Zuckungen, Grimassen, Geräuschen und  Flüchen in der Fäkalsprache äußert. Tourette  hielt es für eine Art Besessenheit, es war eine bis dahin nicht beschriebene neurologische Störung.
    Mein Patient hatte dieses Tourette – Syndrom seit dem siebenten Lebensjahr, mit Zungenstrecken fing es an. Er hatte permanent Angst, durch  Laute und Zuckungen aufzufallen. Unterbewusst hatte er Gefühle der Scham und Hilflosigkeit, von seiner Mutter zusätzlich  ermahnt, das Tourette – Syndrom möglichst nicht zu zeigen.
    Sein Unterbewusstsein war also ganz darauf geprägt, das gehasste Tourette - Syndrom zu verbergen und etwas zu erfinden, was man vorzeigen könne. Das war nach etwa zehn Jahren so weit. Als er eines Tages auf dem Weg zum Friseur seine neue Freundin traf, überraschte ihn  plötzlich sein erster Panikanfall. Wenn sie nicht vorher schon geahnt hatte, dass mit ihm etwas nicht stimmt, jetzt wusste sie es ganz sicher.
    Ich behandelte also die Angstneurose und das Tourette – Syndrom.  Am Ende der  Therapie befand der Patient, dass er vor allem seine innere Unruhe verloren hätte und in seinem Beruf voller ungewohnter Kraft sei. Ich sagte ihm, dass die Behandlung seines Tourette – Syndroms nicht ausgereizt sei und ihn gern weiter behandeln würde. Er wollte sich das überlegen. Wie schon gesagt, Ärzte hatten ihm 30 Jahre lang suggeriert, die Krankheit  sei unheilbar.
    Er trainierte täglich mit Affirmationen und mit der von mir besprochenen Kassette weiter. Nach fünf Monaten meldete er sich wieder. Seinen Freunden sei aufgefallen, dass es ihm von Seiten des Tourette- Syndroms  viel besser gehe, und er wolle  doch noch ein paar Therapiestunden nehmen. Während der nachfolgenden Therapie erzählte ich ihm beiläufig – wie ich es vorher auch schon anderen Patienten erzählt hatte – dass Verhaltensforscher bei Verhaltens gestörten Tieren mit Stromreizen Erfolg gehabt  hätten. Der Patient war Feuer und Flamme, für eine  erfolgreiche Therapie wollte er alles tun.
    Jedes Mal, wenn er grimassierte, antwortete ich mit einem Stromreiz, aber nur wenige Male in der folgenden Therapiestunde. Als ich das meiner Frau erzählte, war sie außer sich: „Bist du wahnsinnig? Wenn der Patient jemandem erzählt, dass du ihm Stromstösse versetzt!“
    Gewisse Behandlungsversuche gelten eben als unärztlich, obwohl sie therapeutisch vielleicht nützlich sind. So blieb es beim einmaligen Versuch mit dem niedrigen Gleichstrom, der nichts über den Erfolg  von Stromstösschen endgültig aussagte.
    Der Patient rief mich später noch mal an: „Zu 98% bin ich das Tourette – Syndrom los. So sagen es wenigstens meine Familie und meine Freunde. Haben Sie einen Nachfolger in der Mentaltherapie? Wenn meine Kinder mal krank werden ...“ Mit seiner 28-jährigen Freundin sind Kinder erst nach den nächsten zwei Jahren eingeplant. Ich erinnerte mich: bei ihm war die Krankheit mit sieben Jahren erstmalig aufgetreten.
    Ich sah ihn später noch mal wieder. Nach 30 Jahren unheilbar geltender Krankheit hatte er sie sich selbst weg trainiert.





    Weil ich weiß, dass Wissenschaft immer vorläufig ist, habe ich mich mit meinem erlernten schulmedizinischen Wissen nie zufrieden gegeben und nach neuen Möglichkeiten gesucht, mir die Frage zu beantworten: wie funktioniert der Mensch? Den Menschen nur von der naturwissenschaftlichen Seite zu betrachten und nur auf diesem Weg Heilungsmöglichkeiten zu finden, ist einseitig.
    Heutige Menschen glauben seit Generationen an die Schulmedizin. Es ist schwer, Menschen davon zu überzeugen, dass eine Heilung ohne materielle Hilfsmittel möglich ist.
    Der wesentliche Ansatz für die Wirksamkeit von Hypnose und Selbsthypnose liegt darin, dass Ihr Körper, Ihre Seele und Ihr Geist nicht nur auf die Realität reagieren, sondern auf das, was Körper, Seele und Geist für die Wirklichkeit halten. Und: im Zustand der Hypnose wirken Suggestionen, Imaginationen und Konditionierungen stärker als im Wachzustand.

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    Eine 26-jährige Medizinstudentin kam wegen einer Angstneurose mit einer begleitenden Depression zu mir. Neben mehreren anderen Therapien hatte sie auch eine Hypnosetherapie erfolglos abgehakt. Der Hypnosetherapeut war immer bemüht, sie zu hypnotisieren, was ihm nicht gelang. Im Vorgespräch war auffallend, dass sie auf keinen einzigen Menschen aus ihrer Vergangenheit wütend war, in der Gegenwart schon gar  nicht.
    Ihre ständige Angst, ohnmächtig zu werden, bestand seit der Schulzeit. Sie wurde 13-jährig einmal an der Tafel ohnmächtig. Sie war voller Minderwertigkeitsgefühlen, wusste auf die Fragen des Lehrers keine Antworten, es war ihr peinlich, sie war hilflos, ohne Macht. Unterbewusst war sie auf den Lehrer sehr wütend, was ihr erst jetzt 2008 bewusst geworden war. Folge: sie wurde ohnmächtig. 
    Vor zwei Jahren drohte sich die Ohnmacht zu wiederholen. Die Studentin hatte einen Studienplatz ertauscht und diesen Tausch hatte der andere Studienkollege rückgängig gemacht. Sie war verzweifelt, erneut machtlos, hilflos. Um in einer anderen Stadt zu studieren, hatte sie kein Geld. Sie weinte eine Woche lang, war depressiv.
    Ein schon seit langem geplanter Urlaub auf einer Ferieninsel konnte sie nicht trösten. Bei einem Strandspaziergang bei großer Hitze drohte sie erneut ohnmächtig zu werden. Es folgten Krankenhausaufenthalte auf der Insel und zu Hause. Die Angstneurose in stärkster Ausprägung  begann, begleitet von einer Depression, und der Leidensweg nahm seinen Anfang.
   Die Entschlüsselung und Deutung des ganzen Geschehens: die vielen neurotischen Ängste waren von ihrem Unterbewusstsein ausgedachte Spinnereien, um sie zu schützen. Sie war auf mindestens zehn Personen der Gegenwart und Vergangenheit unterbewusst wütend – sie hatte es verdrängt - und wurde sich jetzt dessen bewusst.
    Ich ließ die Patientin lachen, erst ging das nur zögerlich. Man kann nicht depressiv sein, wenn und solange man lacht. Nicht jeder Patient kann auf ein posthypnotisches Signal – ohne, dass ein Witz erzählt wird ; ohne, dass eine komische Situation vorliegt; ohne, dass ein Grund  vorliegt – lachen, aber ich nehme immer das zu Hilfe, was der Patient in seinen Ressourcen vorrätig  hat.
    Sie lernte es zusätzlich, ihre bislang verdrängte unterbewusste Wut zu zeigen und dazu zu stehen. Die Patientin war nach kurzer intensiver Behandlung gesund.



     Zum Schluss noch etwas Theorie. Was ist das Mentale? Der Geist (= das Mentale) beherrscht die Seele (=die Psyche = das Gefühl) und den Körper. Die Macht des Geistes kann Krankheiten verhüten und heilen und so das Leben verlängern.
    Der Geist ist Verursacher, Impulsgeber, Lebensessenz und Allmacht. Der Geist scheint nur beim Menschen zu wirken. Der Geist steht über den Gefühlswerten der Seele und ist nicht emotional eingeschränkt. Geist ist Schöpferkraft in Urform. Nach einer Idee, nach einem Gedanken, nach einem geistigen Bild entsteht die äußere Form. Die Differenzierung  und Definition von Geist und Seele fällt schwer. Leider werden beide Begriffe oft gleich bedeutend gebraucht.

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    Der amerikanische Arzt Dr. John E. Sarno berichtet über seine wirkungsvolle Schmerzbekämpfung bei Krankheiten des Bewegungsapparates. Manches dieser Theorie habe ich übernommen. Mit Mentaltherapie in Hypnose kommt man schneller ans Ziel.
    Für die Tiefenpsychologie gilt die Annahme, dass es ein Unterbewusstsein gibt. Das Unterbewusste ist ein Bereich, über den der einzelne Mensch kaum orientiert ist, er aber von  dessen Handlungen weit gehend  beeinflusst oder sogar bestimmt wird.
    Ich war lange überzeugt: wir leben heute und morgen und nicht in der Vergangenheit. Viele Beobachtungen ließen mich im Laufe der Jahre mehr und mehr zweifeln. Ich las bei Leo Tolstoi: „Das Wichtigste im Leben  eines Menschen geschieht in seiner Kindheit.“ Bei meiner Arbeit war ich mehr und mehr von dem  mächtigen Einfluss beeindruckt, den Kindheitserfahrungen ausüben. Schon Neurosen hatten meistens ihren  Anfang in der Kindheit und begannen sich schon in der Kindheit zu perfektionieren.
    Auch Minderwertigkeitsgefühle beginnen oft in der Kindheit. Dazu brauche ich als Arzt keine Analyse-Technik, das lasse ich mir erzählen. In der Regel werden Minderwertigkeitskomplexe diesen Menschen dann durch das ganze Leben begleiten. Es wäre für viele Erwachsene mit sozialer Phobie wichtig gewesen, dass man sie schon als Kind behandelt hätte.
    Wenn ich im Vorgespräch jeden Patienten auch nach seiner Kindheit befrage, bekomme ich meistens die Antwort: „Glücklich, harmonisch.“  Bei genauerem Nachfragen stellt sich jedoch oft heraus, dass sie das überhaupt nicht so war. Wut will ein Patient als Kind selten gehabt haben, solange er nicht von mir überführt wird. Ich lasse den Patienten im Verlaufe der Therapie einen Raubtierkäfig in einer Zirkusmanege halluzinieren. Da hinein kann er seine ärgsten Feinde werfen lassen. Es  sind schon so manche Elterteile, Geschwister, beste Freunde, Lehrer usw. von Raubtieren gefressen worden. In der hypnotischen Halluzination konnte der Patient den verdrängten Gefühlen freien Lauf lassen.
    Zurück zu Dr. Sarno. Ein Mensch hat  zum Beispiel Schmerzen in seinem rechten Kniegelenk. Sie kamen langsam und entwickelten sich in Wochen zu unerträglichen Schmerzen. Sein Unterbewusstsein im Gehirn hat entschieden, dass die Zeit reif ist für eine körperliche Ablenkung, und es hat diesen Moment gewählt, den Schmerz beginnen zu lassen. Der Patient wird jedoch annehmen, dass der Schmerz von einem deutlichen Meniskusschaden  her rührt und nicht von einer Wut oder Kränkung, die in seinem Unterbewusstsein im Gehirn gespeichert sind. Wie bewerkstelligt das Gehirn diesen Kniff? Es sorgt einfach dafür, dass die Region zu wenig Sauerstoff bekommt, was zu Schmerzen führt. Was selbst zerstörerisch anmutet, ist in Wirklichkeit ein Schutzmanöver des Unterbewusstseins.
    Die Hypothese ist: die meisten chronischen Krankheiten sind Übel, die durch unsere eigenen unterbewussten Gefühle verursacht werden: vor allem durch Wut, Angst, Scham, Kränkung, Ablehnung, Schuldgefühle  oder Verzweiflung. Ein Krankheitssymptom tritt auf zum eigenen „Schutz“, weil man unterbewusste Gefühle verleugnet,  die zu schmerzhaft sind, um sie bewusst zu ertragen. Es ist gefährlich, peinlich oder sonst wie inakzeptabel diese Gefühle ans Tageslicht zu bringen.  Es wäre einfach zu schmerzhaft, wenn man die Gefühle bewusst erleben müsste.
    Ich sah einmal vor Jahren im Fernsehen einen Orthopäden aus München, der schon 1000 Bandscheiben operiert hatte. Ich war erstaunt als er eingestand, dass es aus seiner heutigen Sicht  800 zuviel waren. Dabei fiel mir   ein, dass man bei sich gesund fühlenden jungen Leuten bei der Hälfte von ihnen im CT einen Bandscheibenvorfall fand. In jüngster Zeit hat man Kniegelenkspatienten, die operiert werden sollten, mit einem Hautschnitt im Bereiche des Kniegelenks versehen und sie glauben lassen, dass sie operiert seien. Sie fühlten sich danach gesund. Diese Heilung wird als Plazeboheilung bezeichnet.
   In meine frühere Allgemeinpraxis kam eines Tages in aller Frühe ein Rentner mit einem akuten Hexenschuss gehumpelt. Ich hypnotisierte ihn und gab ihm die Information zum Gesundsein. Es war eine Minutenheilung. Ich behandelte keine Krankheit sondern einen Gedanken.
    Der Amerikaner Dr. Sarno ist sich sicher, dass die meisten orthopädischen Leiden  psychosomatisch sind und der Patient sie selbst bannen kann. Ich konnte mich  vor Jahren von der Richtigkeit seiner These überzeugen: ich habe viele Patienten von ihren  chronischen Schmerzen befreit.

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    Das Burnout-Syndrom (ausgebrannt sein) ist eine neurotische Störung unserer Zeit mit vielen körperlichen Symptomen.

   Beim wichtigtuerisch klingenden Burnout-Syndrom handelt es sich um eine neue Wortschöpfung. Man kann diese Krankheit auch als eine der Hysterien unserer Zeit bezeichnen. Es ist eine Versagensneurose, die körperliche Reaktionen wie Schnupfen, Grippe, nervöse Tics, Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen und Gereiztheit zur Folge hat. Wer berufliche und familiäre Dauerbelastungen mit sich herumschleppt, neigt dazu, dieses in krankhafte Symptome umzuwandeln. Begleitend ist in der Regel immer eine Depression.
    Das Burnout-Syndrom war früher den helfenden und sozialen Berufen vorbehalten: Ärzte, Schwestern, Lehrer, Erzieher, Beamte im Strafvollzug und Altenpfleger durften das Gefühl des ausgebrannt seins durch beruflichen Verschleiß vorzeigen. Sie durften sich eine innere Kündigung leisten mit nachlassender Arbeitsmoral, wachsender Frustration und körperlichen Folgen. Inzwischen  besteht in fast jedem Beruf die Gefahr des Ausbrennens. Die ersten Warnsignale des Ausbrennens sind Folgen der täglichen beruflichen Belastung: die Stimmung wird schlecht, man ist gleichgültig, auch nach Feierabend kann man sich nicht erholen, nicht mal am Wochenende. Solche Menschen sind müde, matt, rasch erschöpft, gelten als ständig nervös, innerlich unruhig, gespannt, reizbar und aggressiv. Sie sind zunehmend infektanfällig und haben oft banale Erkältungen.
    Der Burnout Geplagte geht immer widerwilliger zur Arbeit, im Dienst schaut er immer auf seine Uhr, Kontakte mit Kunden schiebt er auf. Er telefoniert nicht mehr gern, fürchtet sich vor Terminen, vor Diskussionen mit Mitarbeitern und Vorgesetzten. Der früher geliebte Beruf wird zur Plage. Das Gefühl ständiger Überforderung sagt dem Betroffenen: „Ich bin total erschöpft!“ Zur psychischen Erschöpfung kommen jetzt körperliche Beschwerden wie Kreislaufschwäche, Mangelernährung, Pilzbefall, Hormonstörungen und auch das chronische Müdigkeitssyndrom hinzu.
    Abzuraten ist von einer medikamentösen Therapie. Ein solcher Patient sollte weder Stimulantien noch Antidepressiva oder andere Psychopharmaka, auch keine Schlafmittel einnehmen.  Ganz falsche „Hausmittel“ zum Bekämpfen dieser Symptome sind Alkohol, Kaffee und Zigaretten.

    Die 38-jährige Ehefrau des in Folge (1)  beschriebenen Colitis-Patienten wurde parallel zu ihm von mir behandelt. Nachdem sie ihren Mann fünf Wochen lang täglich in der Unfallklinik besucht hatte, um ihm bei den vielen schleimigen und blutigen Stuhlentleerungen mit der Bettpfanne  behilflich zu sein, wurde sie nach der Krankenhausentlassung ihres Mannes krank. Ihr Mann meldete sie per Telefon  ganz aufgeregt  bei mir an.
    Sie war tief depressiv, hatte eine Scheißegal-Stimmung, litt unter  Kraftlosigkeit und bleierner Müdigkeit, Freudlosigkeit. Sie war motorisch unruhig, konnte nicht einen Moment still sitzen auch nicht allein sein. Sie war ausgebrannt. Warum kam der Zusammenbruch?
    Mit jedem Tag nahm die unterbewusste Wut über die Colitis ulzerosa ihres Mannes zu. Ihre Wut wurde größer, ihre Hilflosigkeit steigerte sich  gegenüber dieser als unheilbar geltenden Krankheit. Es wäre aber nicht anständig gewesen, ihre Wut zu zeigen, deshalb blieben die Emotionen verdrängt und unterbewusst. Die Krankheit ihres Mannes bestimmte jetzt und wahrscheinlich in Zukunft den Tagesverlauf  des Alltags. Weil ihr Mann alle zwei Stunden aufs Klo musste, konnte das Ehepaar nicht mal gemeinsam ins Kino gehen. Alles drehte sich nur um die Colitis ihres Mannes.
    „Meine Wut über die Colitis meines Mannes brauche ich nicht länger zu verstecken. – Mein ausgebrannt sein ist eine von meinem Unterbewusstsein ausgedachte Spinnerei! – Mein Unterbewusstsein  muss mich nicht durch ausgebrannt sein schützen wollen, wenn unterbewusst Wut und Hilflosigkeit da sind.“ Das waren ein paar zutreffende Affirmationen.
    Damit ist ein Anfang der Mentaltherapie in Hypnose gemacht, aber die Schlacht ist noch längst nicht gewonnen. Ich ließ die Patientin auch lachen. Da ich mit allen Patienten mache, die vor ihrer Krankheit lachen konnten, nennt man schon einmal meine Therapie eine Lachtherapie.
    Sie lernte es, ihre bislang verdrängte unterbewusste Wut zu zeigen und dazu zu stehen. Die Patientin war nach kurzer intensiver Behandlung wieder aus eigener Kraft wieder gesund geworden.

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    Ein Medizinstudent hört während seiner Ausbildung nie den Hinweis auf die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich mit Hilfe des Geistes selbst zu heilen. Man darf von seinem Arzt nicht erwarten, dass er anders denkt, als er es gelernt hat.
    Ärzte beginnen sich gerade mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass Erkrankungen auch durch falsche Ernährung hervorgerufen werden können. Dass eine Krankheit durch Konflikte – der Patient nennt es Stress – entsteht,  dieses Wissen hat er nirgends gelernt.
    Unserer Körper ist das Produkt unserer Gedanken. Gedanken beeinflussen und verändern Gefühle. Das wissen die meisten Menschen noch nicht.
    Wenn jemand krank wird, kann er versuchen herauszufinden, wie sein falsches Denken dieses Kranksein herbeigeführt hat. In einer lebensbedrohlichen Situation ist zuerst die Notfallmedizin der richtige Weg! Das steht außer Frage. Und erst danach kann der Kranke zu erkunden versuchen, welcher Konflikt ihn soweit gebracht hat.
    Es gibt tausende von Krankheiten, alle mit einer Ursache: Stress. Eine Kette ist das Symbol  für den Gesamtorganismus, der mit  Spannung belastet wird. Das schwächste Glied der Kette bricht, und die Krankheit ist da.
    Aller Stress beginnt mit einem negativen Gedanken, der ein Gefühl negativ beeinflussen kann. Stress (= der Konflikt)  ist die Auswirkung, der negative Gedanke war aber die Ursache.
    Wir ziehen das an, woran wir überwiegend denken, bewusst oder unterbewusst. Unterbewusst zu denken und zu fühlen, darin liegt die Gefahr. Plötzlich fühlen wir uns schlecht und wir überlegen, woran es liegen kann. Wir haben in der Familie und im Beruf keinen Ärger, das Wetter ist gut, kein Stress in Sicht. Dennoch fühlen wir uns schlecht. Was kann der Grund sein? Wir haben etwas mit unseren Sinnen unterbewusst wahrgenommen, das eine Erinnerung ausgelöst hat, die uns schlechte Gefühle macht.
    Sie haben Gedanken, diese  verändern Ihre Gefühle. Sie erschaffen nicht nur Ihr eigenes Leben mit Ihren Gedanken, sondern Ihre Gedanken tragen bei zur Erschaffung der Welt. Ihr Geist ist tatsächlich der Gestalter dessen, was Sie umgibt.
    Der Mensch hat pro Tag etwa 60.000 Gedanken. Die kann er nicht alle kontrollieren, aber unsere Gefühle lassen uns wissen, was wir denken. Die Gefühle haben als Ursache positive oder negative Gedanken.
    Es bedarf wirklich vieler negativer Gedanken und anhaltenden negativen Denkens, um etwas Negatives in Ihr Leben zu ziehen. Doch wenn Sie über einen längeren Zeitraum ständig negative Gedanken haben, werden Sie Negatives, auch Krankheit anziehen!
    Vor mehr als dreißig Jahren verstarb einer meiner Patienten in meiner früheren Allgemeinpraxis an den Folgen eines Dickdarmkrebses. Seine verwitwete Ehefrau kam zu mir und war sich sicher, auch Dickdarmkrebs zu haben.  Sie wurde regelmäßig rektoskopiert, geröntgt und ihr Stuhl auf Blut untersucht: zwei Jahre lang ohne krankhaften Befund. Dann war es soweit, die Patientin hatte den befürchteten  und herbei geredeten Dickdarmkrebs. Sie wechselte den Hausarzt, denn nach ihrer Überzeugung hatte ich und die anderen beteiligten Ärzte den schon seit zwei Jahren bestehenden Krebs schon damals nicht gefunden.
    Wer dauernd über Krankheit redet, der kann nicht gesund sein. Das habe ich meinen Patienten schon immer gesagt. Wer über Krankheit redet, erschafft neue kranke Zellen. Stellen Sie sich vor, in einem völlig gesunden Körper zu leben. Befreien Sie sich und Ihren Körper von Konflikten, Ängsten, Sorgen und von Stress: er wird sich selbst heilen.
    Es ist immer  wieder  die Rede von  unheilbaren  Krankheiten. Unheilbare Krankheiten gibt es – fast – nicht. Leider gibt es unheilbar Kranke, aber dazu wollen Sie nicht gehören. Unheilbar bedeutet: heilbar von innen. Sie können sich selbst heilen.
    Wie entsteht Krebs? Man befragte 30 000 Menschen in 29 Ländern. 57% der Bevölkerung denken, dass Stress ein Risikofaktor für die Entstehung von Krebs  ist. Dies sehen die Mediziner anders: Stress sei keine Ursache für Krebs.
   Ende August 2008 nannte Dr. Hans-Joachim Gebest, Leiter des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg, die sieben größten Krebsrisiken: 1. Rauchen. 2.Alkohol. 3. UV- Strahlung. 4. falsche Ernährung. 5. Übergewicht. 6. Bewegungsmangel. 7. genetische Veranlagung.
    Bei ihm ist der Konflikt, der Stress kein Krebsrisiko. Der neue deutsche Nobelpreisträger für Medizin Harald zur Hausen meint ebenso: „Bei der Neuentstehung von Krebs spielt Stress  keine Rolle. Aber bei vorliegenden Geschwülsten kann Stress durchaus Wachstum fördernd wirken.“ Ich meine: der Konflikt ist das  Risiko Nummer 1, Krebs zu bekommen.  
    „Jugend-Stress kann Brustkrebs auslösen“ stand einen Tag später in der Zeitung. „Extrem-Stress als Teenager erhöht das Brustkrebsrisiko bei Frauen. Das fanden Forscher der Ben Gurion Universität in Jerusalem heraus. Auslöser für Krebs erregenden Stress können der Verlust eines Elternteiles oder das Leben in ständiger Gefahr sein.“
    Wie mögen die deutschen Krebsforscher diese Nachricht aufgenommen haben? Sie haben diese Nachricht in ihrer Überheblichkeit sicher gar nicht zur Kenntnis genommen. Meine Meinung: Krebs ist bis auf wenige Ausnahmen psychisch bedingt.
    Stellvertretend für welchen Konflikt reagiert mein Körper? Am Organ und im Gewebe werden meine Lebensschwierigkeiten deutlich. Krank machend sind Konflikte, Ängste, fehlende Anerkennung, Misserfolge, unerfüllte Wünsche, Kränkungen, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, schlechtes Gewissen, Enttäuschungen, ungelöste Probleme,  Misstrauen, Ablehnung, Groll, Bitterkeit, misslungene Beziehungen, Ärger, Verluste, Hass, Zorn, Hektik, Stress und Sorgen.  Für das Entstehen von Krankheiten spielen diese psychosozialen  Faktoren die Hauptrolle.

    Chronisch krank bleibt der Körper aus Gewohnheit.

   Ich muss also nicht das erkrankte Organ behandeln, sondern die Ursachen beseitigen. Wenn ich die Ursachen nicht beseitigen kann, muss ich meine Einstellung und Sichtweise ändern.
    Der  Geist, der ein Organ geschaffen hat, ist auch in der Lage, dieses Organ, wenn es krank ist, wieder voll herzustellen. Wenn der menschliche Geist mächtig genug ist, durch falsches Denken dem Körper Schaden zuzufügen, so ist er auch imstande zu heilen.
   Der Schulmediziner findet in der Regel eine Beteiligung des Patienten als Einmischung in eine fremde Angelegenheit. Ich dachte nach der Beendigung meiner Ausbildung genau so, aber ich habe dazu gelernt. Und wenn die Mittel der Schulmedizin versagen, dann glauben Ärzte, dass man nichts mehr für den Körper tun kann.
   Es ist aber der Patient, der seine Gesundheit verliert oder zurück gewinnt. Der Betroffene und die ihm innen wohnende geistige Kraft sind es, die die Schlacht entweder gewinnen werden oder verlieren werden. Und deshalb muss sich der Kranke in seine Krankheit einmischen und auch seine Krankheit selbst bekämpfen.
    Der Kranke muss einen Weg finden, der am  wirkungsvollsten und sichersten eigene Selbstheilungskräfte mobilisiert. Der Kranke ist für sich selbst verantwortlich.






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Dr. med. Paul Bernard
 



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